Was geschieht in einer Spielgruppe?

Für das Vorschulkind steht das Spiel im Zentrum seines Lebens. Spielend lernt es sich und seine Umwelt kennen und macht dabei ständig neue Erfahrungen. Kinder in diesem Alter sind sehr entdeckungsfreudig und von einer uneingeschränkten Kreativität. Der engste Familienkreis genügt ihrem Entdeckungsdrang nicht mehr; es drängt sie, diesen für neue, ausserfamiliäre Erfahrungen zu verlassen. Eine Möglichkeit dazu ist die Spielgruppe. Diese muss sich an den Bedürfnissen der Kinder und an deren Entwicklungsstand orientieren.

 

Spielgruppen sind ein soziales Erfahrungsfeld. Die Kinder lernen, ihren eigenen Platz in einer Gruppe Gleichaltriger zu finden. Sich behaupten, Rücksicht nehmen, sich gegenseitig mit Stärken und Schwächen akzeptieren, einander helfen, aufeinander hören, aber auch streiten und wieder Frieden schliessen, sind Bestandteile des Gruppenlebens.

 

In der Spielgruppe wird gespielt, mit verschiedensten Materialien gewerkt, gesungen, gemalt, geknetet, musiziert, gelärmt, Geschichten erzählt. Spielerisches Erleben, lustbetontes Erproben, gemeinsames Tun stehen im Zentrum aller Aktivitäten und nicht die Herstellung von Bastelprodukten.

 

Die altersgemässen Bedürfnisse berücksichtigen heisst, dass alle Angebote im spielerischen wie auch im kreativen Bereich freiwillig sind, so dass das Kind die Möglichkeit hat, sich zurückzuziehen, zu beobachten, seinen eigenen Rhythmus zu leben und auf seine Art am Geschehen teilzunehmen. Die Spielgruppe hat daher keinen Spiel- oder Lernplan. Die Kinder bestimmen weitgehend die Aktivitäten. Die Leiterin bietet dazu einen grossen Freiraum und setzt klare Grenzen. 

 

Was bringt eine Spielgruppe dem Kind? 

Im sicheren, überschaubaren Rahmen einer Spielgruppe kann das Kind die langsame Ablösung von seinen engsten Bezugspersonen üben. Es macht erste Schritte in eine ungewohnte Umgebung hin zur neuen Bezugsperson, hin zu den anderen Kindern mit ihren Eigenheiten, Aggressionen, Liebenswürdigkeiten und Launen, aber auch hin zu mehr Offenheit, Spontaneität und Selbstständigkeit. Es erweitert seine handwerklichen, sprachlichen und motorischen Fähigkeiten. Durch die Spielgruppe bekommt das Kind seinen ganz persönlichen Erlebnisbereich, den es nicht mit den Geschwistern und den Eltern teilen muss. Es findet einen langsamen Übergang von der Familie zur Grossgruppe im Kindergarten.

 

(Auszug aus dem Steckbrief der „pro juventute“)